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Neuer GesellschaftsReport BW zur politischen und gesellschaftlichen Teilhabe von Armutsgefährdeten veröffentlicht

 

Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha stellte am 15. Juli den neuen GesellschaftsReport BW mit dem Titel „Politische und gesellschaftliche Teilhabe von Armutsgefährdeten“ vor. Eines der Ergebnisse des Reports ist, dass es Unterschiede in der politischen und zivilgesellschaftlichen Partizipation sowie in der sozialen Einbindung gibt. Armutsgefährdete Menschen partizipieren seltener und treffen weniger häufig Personen aus ihrem Bekanntenkreis, ihrer Familie oder der Nachbarschaft. Eine geringere Partizipation ist bereits bei Menschen in armutsnahen Schichten wahrscheinlich und nicht erst bei Personen unterhalb der Armutsschwelle.

Die Unterschiede in der politischen und zivilgesellschaftlichen Beteiligung können zudem zu einem erheblichen Teil auf den geringeren Bildungsgrad zurückgeführt werden und damit mittelbar auch auf die soziale Herkunft. Auch die Armutsgefährdung selbst hängt damit zusammen. Regelmäßige soziale Kontakte wirken sich positiv auf die politische oder zivilgesellschaftliche Beteiligung von armutsgefährdeten Menschen aus. Bei ihnen sogar stärker als bei nicht Armutsgefährdeten. Beispiele aus der Praxis veranschaulichen, welche Rolle Vernetzungsmöglichkeiten spielen, um sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Zudem hat die verfügbare Zeit, die u. a. durch Kinder im Haushalt limitiert ist, Einfluss auf die Beteiligung. Kinder im Haushalt wirken bei Armutsgefährdeten hemmend, bei nicht Armutsgefährdeten hingegen unterstützend auf die politische und zivilgesellschaftliche Partizipation.

Dieser GesellschaftsReport BW zeigt, dass armutsgefährdete Menschen im Land, die trotz ihrer herausfordernden Lebenssituation dauerhaft politisch oder zivilgesellschaftlich partizipieren und soziale Kontakte pflegen, davon mehrfach profitieren: Sie empfinden, dass sie selbst Einfluss auf ihr Leben nehmen können und sind zugleich zufriedener mit der sozialen Gerechtigkeit in Deutschland.

 

GesellschaftsReport BW Ausgabe 2 – 2019

 

Zum GesellschaftsReport BW: Die FamilienForschung im Statistischen Landesamt erstellt im Auftrag des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg den GesellschaftsReport BW und bietet kurze und prägnante wissenschaftliche Analysen zu einem breiten Spektrum gesellschaftlich relevanter Themen. Jede Ausgabe beruht auf Ergebnissen der amtlichen Statistik und der sozialwissenschaftlichen Forschung, gibt Praxisbeispiele an die Hand und benennt sozialpolitische Handlungsfelder.

 

 

Zwei neue Förderprogramme zur Armutsprävention

Als Konsequenz der Ergebnisse des zweiten GesellschaftsReports BW starten nun die beiden Förderprogramme des Sozial- und Integrationsministeriums „Politische und gesellschaftliche Teilhabe trotz Armutsgefährdung“ und „Aktiv und gemeinsam gegen Kinderarmut und für Teilhabe und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen“. Dabei werden Projekte der Kommunen, Sozial- und Wohlfahrtsverbände und anderer Organisationen der Zivilgesellschaft mit insgesamt 500.000 Euro unterstützt. „Wir dürfen nicht nachlassen, aktiv und gemeinsam gegen Armut vorzugehen“, so Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha MdL in Stuttgart anlässlich der Bekanntgabe der neuen Ausschreibungen des Landes.

 

Politische und gesellschaftliche Teilhabe von Armutsgefährdeten verbessern

Im Rahmen des Förderaufrufs „Politische und gesellschaftliche Teilhabe trotz Armutsgefährdung“ wird zum Aufbau neuer Projekte ermutigt, die armutsgefährdete Menschen entsprechend ihrer Interessen und Fähigkeiten beteiligen und deren gegenseitigen Austausch und Vernetzung befördern. Fördermittel werden in Höhe von bis zu 100.000 Euro bereitgestellt. Antragsberechtigt sind Kommunen, Sozialverbände, Wohlfahrtsverbände und andere Organisationen der Zivilgesellschaft, intermediäre Organisationen (Kirchen, Gewerkschaften), soziale Gruppen wie Nachbarschaften und Vereine. Anträge werden bis zum 25. September 2019 entgegengenommen.

 

Förderaufruf Armutsgefährdete

Antragsformular

 

Präventionsnetzwerke gegen Kinderarmut

Mit dem Förderaufruf „Aktiv und gemeinsam gegen Kinderarmut und für Teilhabe und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen“ unterstützt das Ministerium die Einrichtung dieser Netzwerke an verschiedenen Standorten mit Fördermitteln von insgesamt 400.000 Euro (höchstens 80.000 pro Netzwerk). Anträge werden bis zum 27. September 2019 entgegengenommen.

 

Förderaufruf Präventionsnetzwerke

Antragsformular

 

Weitere Informationen zu den Förderaufrufen können Sie auf der Seite des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg abrufen.


 

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