Good Practice | Mehr Teilhabe und weniger Einsamkeit: So kanns gelingen!
Im Folgenden möchten wir Ihnen zwei Projekte vorstellen, die das Thema Einsamkeit aktiv angehen und durch gezielte Maßnahmen die gesellschaftliche Teilhabe der in den jeweiligen Quartieren lebenden Menschen fördern. Lassen Sie sich inspirieren!
„Neresheim – eine Stadt gemeinsam gegen Einsamkeit“
Das Projekt „Neresheim – eine Stadt gemeinsam gegen Einsamkeit“ der im Ostalbkreis liegenden Gemeinde zielt darauf ab, die Lebensqualität für Menschen ab 60 zu steigern und Vereinsamung präventiv zu begegnen. Dafür erhielt die Stadt im Rahmen der Landesstrategie „Quartier 2030 – Gemeinsam.Gestalten.“ im Frühjahr 2024 eine Förderung von 51.030 Euro aus dem Förderprogramm „Quartiersimpulse“. Seither arbeitet sie am Aufbau eines integrativen Netzwerks, das Bewohnerinnen und Bewohner, lokale Organisationen und die Stadtverwaltung vereint, um Neresheim als lebendige Gemeinschaft zu stärken.
Hierzu laufen im Moment mehrere Arbeitsprojekte parallel. Eine Arbeitsgruppe arbeitet an einer besseren Kommunikation zwischen der Stadt und den Bürgerinnen und Bürgern und hat sich in diesem Zusammenhang für eine Stadt-App entschieden. Die Bausteine hierfür wurden in der AG miteinander besprochen – die App befindet sich gerade in der Entwicklung. Eine andere Arbeitsgruppe kümmert sich um die vielfältige Vereinslandschaft in Neresheim. Mit freiwilligen Vereinsmitgliedern aus verschiedenen Vereinen plant die Gruppe unter anderem einen Tag für Vereine, ein Vereinspaket für Veranstaltungen mit Checklisten und Ausleihliste sowie eine Seminarreihe mit allen Themen, die die Vereine beschäftigen. Auch die Taschengeldbörse, die von der Stadt auf Wunsch von Neresheimer Seniorinnen und Senioren und Jugendlichen initiiert wird, soll nun intensiv beworben werden.
Des Weiteren arbeitet eine Steuerungsgruppe an einem „Sozialrezept“, welches auf Menschen ausgerichtet ist, die von Einsamkeit bedroht sind. Die Stadt Neresheim sowie die Neresheimer Kirchen und Hausärztinnen und -ärzte können künftig Betroffenen ein Sozialrezept ausstellen, dieses kann dann bei der Stadt Neresheim nach einem Beratungsgespräch eingelöst werden. Im Beratungsgespräch wird gemeinsam auf die Interessen und Bedürfnisse der betroffenen Person geschaut, um sie wieder in das gesellschaftliche Leben zu integrieren. Das kann aus eigener Kraft oder mithilfe von Ehrenamtlichen geschehen. Hierfür konnten einige Kooperationspartner gewonnen werden, die Angebote in verschiedenen Bereichen anbieten. So wirken zum Beispiel das Repair-Café, ein Fitnessstudio, verschiedene Vereine, Kindergärten, Therapeutinnen und Therapeuten, etc. mit. Der Start des Sozialrezepts ist momentan für Ende November 2025 vorgesehen.
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„Radeln gegen die Einsamkeit“
Der Verein BeWoJo e.V. in Gäufelden bietet Ausflugsfahrten für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen an. Das Angebot richtet sich dabei sowohl an Personen in Pflegeeinrichtungen als auch aus dem häuslichen Umfeld. So können der Austausch und die Teilhabe gefördert werden, um sozialer Isolation und Einsamkeit in jedem Alter entgegenzuwirken.
Gäufelden besteht aus drei Teilgemeinden, welche bis zu fünf Kilometer auseinander gelegen sind. Mit der sogenannten „RadlKutsch“ – einer E-Rikscha, die unter anderem durch das Förderprogramm „Beteiligungstaler“ der Landesstrategie „Quartier 2030 – Gemeinsam.Gestalten.“ finanziert wurde – bieten zahlreiche ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer Ausfahrten auf dem Gemeindegebiet und auch in Nachbargemeinden an. Durch die Ausfahrten können die Fahrgäste wieder aktiv am sozialen Leben in Gäufelden teilnehmen: Menschen mit Mobilitätseinschränkungen können so Erinnerungen wecken, verschiedene Orte besuchen und mit anderen in Kontakt treten.
Durch die Zusammenarbeit mit der Ehrenamtsbörse Gäufelden, ambulanten Pflegediensten und Pflegeeinrichtungen wird das Angebot kontinuierlich erweitert und bekannt gemacht.
Die Rückmeldungen der Fahrgäste, seien es Worte oder auch nur das Strahlen in den Gesichtern, zeigen, dass das Angebot sehr gut angenommen wird.
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Sie möchten Ihr Projekt ebenfalls voranbringen und sind an passenden Fördermöglichkeiten interessiert? Dann informieren Sie sich hier zum aktuellen Ideenwettbewerb Einsamkeit. Weitere Förderangebote der Landesstrategie „Quartier 2030 – Gemeinsam.Gestalten.“ finden Sie außerdem hier.