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Projekt „COWORCare“ | Mit Coworking Vereinbarkeit von Beruf und Care-Tätigkeit verbessern

Zum Jahresende 2023 hat COWORCare, ein Förderprojekt der EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP), seinen vorläufigen Abschluss gefunden. Dieses hatte in der weit gefassten Region, die auch Bayern und Baden-Württemberg einschließt, Coworking-Spaces in den Fokus gerückt, die mit Kinder- und Altenpflegeangeboten kombiniert sind. Das Ziel dabei war es mit Coworking – wohnortnahen Arbeitsmöglichkeiten – die Vereinbarkeit von Berufs- und Care-Tätigkeit zu verbessern. 

 

Zwei Zahlen zur Einführung ins Thema COWORCare:

  1. Laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ) würden 480.000 Mütter in Deutschland mit Kindern unter drei Jahren gerne wieder arbeiten. Sie können es aber aufgrund von fehlenden Betreuungsmöglichkeiten nicht.
  2. Rund 4,9 Mio. pflegebedürftige Menschen in Deutschland, also mehr als 3/4 der Pflegebedürftigen, werden zu Hause versorgt.

In der Regel sind Pflegende auch hierzulande Frauen, und wenn sie im berufsfähigen Alter sind, wird ihnen deutlich, wie schwierig sich die Vereinbarkeit von Beruf und Care-Tätigkeit gestaltet. Sind etwa lange Pendelwege in die Firma zu bewältigen, die auch noch unflexible Arbeitsmodelle vorschreibt, ist es vielen Frauen unmöglich, einer bezahlten Arbeit uneingeschränkt nachzugehen. Können Coworking-Spaces in der direkten Wohnumgebung möglicherweise Abhilfe schaffen, besonders im ländlichen Raum? Dieser Frage ist mit dem EUSALP-Projekt nachgegangen worden. Dem internationalen Team, in dem die CoWorkLand-Genossenschaft und der Verein CoworkationAlps Deutschland vertraten, war von Anfang an bewusst: Mobiles und ortsunabhängiges Arbeiten, das etwa in der Kreativ- und IT-Branche sehr verbreitet ist, kommt nicht für alle Berufe in Frage. Dennoch ist schon für eine große Gruppe berufstätiger Care-Leistender „remote work“ möglich.

 

COWORCare ist ein Förderprojekt der EU-Strategie für den Alpenraum EUSALP (EU STRATEGY FOR THE ALPINE REGION, der die fünf EU-Mitgliedsländer Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und Slowenien sowie die beiden Nicht-EU-Mitglieder Liechtenstein und Schweiz angehören). Von Herbst 2022 bis Ende 2023 sollte eine mehrsprachige Online-Informationsplattform für Coworking-Spaces im Alpenraum in Kombination mit Kinder- und Altenpflegeangeboten aufgebaut werden. Das war mit einigem Recherche-Aufwand verbunden, Entwicklungs- und Forschungsaufgaben erfüllten junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Studierende von Hochschulen aus Edolo/ Mailand und Hamburg. Das Projekt sollte zu Vernetzung und Austausch der erst wenigen Coworking-Spaces, die mit Care-Arbeit verbunden sind, beitragen. Diese also noch ganz besonderen, sozialen Arbeits- und Pflegeorte sollen bekannter und erfolgreicher werden, um letztlich die Lebensqualität der betroffenen Menschen in der Alpenregion zu erhöhen. Erhoffter Begleiteffekt: Junge Menschen stärker an ländliche Räume binden sowie berufstätigen Städterinnen und Städtern einen Anreiz geben, ihren Lebensmittelpunkt auf das Land zu verlagern. Erreicht werden soll zudem die Sensibilisierung lokaler und regionaler Entscheidungsträgerinnen und -träger für kombinierte Coworking-Care-Angebote.

 

Die Online-Landkarte „COWORCare-Map“ ist hier zu finden. Die Website bietet neben Referenzen erste Handlungsempfehlungen.

 

Kontakt für Rückfragen:

Hans-Peter Sander

COWORCare-Projektmitarbeiter, Leiter Landesbüro Bayern der CoWorkLand e.G., Vorstand der Ammersee Denkerhaus e.G.

 

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