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Schulung & Qualifizierung

 

Erfolgreiche Quartiersarbeit erfordert von den Akteuren vor Ort kleinräumiges Planen und Handeln, die Stärkung von Bürgerbeteiligung und Bürgerschaftlichem Engagement sowie eine vernetzte Vorort-Arbeit. Für die Kommunalverwaltung und ihre zivilgesellschaftlichen Partner bedeutet dies, neue Arbeitsweisen, Planungsprozesse, Bürgerbeteiligungsverfahren und Formen der Zusammenarbeit zu erproben und anzuwenden.

 

Um die Kommunen gezielt auf diese veränderten Aufgaben vorzubereiten liegt ein Schwerpunkt der Strategie „Quartier 2030 – Gemeinsam.Gestalten.“ auf der Entwicklung eines Qualifizierungsprogramms zur Quartierskoordination für kommunale Mitarbeitende und zivilgesellschaftliche Akteure.

 

 

Qualifiziert ins Quartier! – Fortbildungskonzept und Quartiersakademie

Das Fortbildungsprogramm im Rahmen der Strategie „Quartier 2030 – Gemeinsam.Gestalten.“ nimmt das Thema Quartiersentwicklung und die kommunalen Veränderungsprozesse ganzheitlich in den Blick. Es soll die bestehenden Qualifizierungs- und Beratungsangebote im Land sinnvoll ergänzen. Ziel ist eine integrierte Qualifizierungslandschaft.

 

 

Fortbildungskonzept zur kommunalen Quartiersentwicklung

Das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) hat im Auftrag des Ministeriums für Soziales und Integration ein Fortbildungskonzept und den dazugehörigen Leitfaden „Qualifiziert ins Quartier!“ entwickelt. Dieses Konzept basiert auf einer durch die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) durchgeführten Bedarfsumfrage in verschiedenen Kommunen Baden-Württembergs sowie auf einer ersten Internetrecherche zur Bestandsaufnahme bestehender Angebote. Zusätzlich wurden mit ausgewählten Akteuren (kommunale Landesverbände, Führungsakademie, Wohlfahrtsverbände, usw.) qualitative Interviews geführt.

 

Fortbildungskonzept zur kommunalen Quartierskoordination und –steuerung

Leitfaden „Qualifiziert ins Quartier!“

 

Artikel: „Welche Kompetenzen braucht Quartiersentwicklung vor Ort? Umfragebasierte Entwicklung eines Fortbildungskonzeptes für die Kommunen in Baden-Württemberg.“Prof. Dr. René Gründer (DHBW Heidenheim) und Ursula Kremer-Preiss (KDA) (2019). In Zeitschrift „Die Gemeinde“ des Gemeindetags Baden-Württemberg, BWGZ 23 / 2019, S. 1172 – 1178.

 
 

Die Quartiersakademie

Zur Umsetzung des Fortbildungskonzeptes wurde die Quartiersakademie gegründet, die gleichermaßen für das Fortbildungsangebot und die Strukturen steht. Neben der Koordinierungsstelle, die beim Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) angesiedelt wird, gehört dazu auch eine Lenkungsgruppe aus Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Kommunen, Verbänden und Fortbildungsinstitutionen sowie aus dem Sozialministerium. Die fachliche Begleitung und Beratung der Umsetzung des Fortbildungskonzeptes übernimmt das Kuratorium Deutsche Altershilfe.

 

Die Quartiersakadmie

 

Struktur der Quartiersakademie

Lenkungsgruppe Quartiersakademie

 

 

Welche Ziele verfolgt das Fortbildungsprogramm?

  • Haltung von Quartiersansätzen deutlich machen: Akteure für den Ansatz und die Bedeutung der Quartiersentwicklung sensibilisieren
  • Kenntnisse über die Quartiersentwicklung vermitteln: Grundlagen, Praxisbeispiele, Umsetzungsmethoden verbreiten
  • Prozesse zur Umsetzung von Quartiersinitiativen begleiten: Aufgaben und Verantwortlichkeiten klären und Akteure bei der Umsetzung unterstützen

Für welche Zielgruppen werden Fortbildungen angeboten?

Personen, die bereits Aufgaben in der Koordination oder Steuerung von Quartiersentwicklung übernehmen oder zukünftig übernehmen werden:

  • Hauptamtlich- und nebenamtlich Beschäftigte aus Kommunen (Landkreise, Städte und Gemeinden)
  • Beschäftigte aus der Zivilgesellschaft
  • Ehrenamtliche, die mit Kommunen und Zivilgesellschaft eng zusammenwirken

Wer führt die Fortbildungen durch?

Das Fortbildungsangebot wird nicht von einem Träger alleine umgesetzt werden, sondern in die bestehenden Fortbildungsstrukturen des Landes integriert. Es gibt in Baden-Württemberg eine Vielzahl von Fortbildungsträgern, die zu einzelnen Themenfeldern der Quartierentwicklung seit Jahren Qualifizierungsangebote vorhalten (Bürgerbeteiligungsprozesse, Sozialraumorientierung, Netzwerkarbeit). Ebenso gibt es Fortbildungsangebote, die umfassend für die Quartiersentwicklung qualifizieren.

 

Auf der Basis einer systematischen Analyse der aktuellen Fortbildungslandschaft in Baden-Württemberg werden Vorschläge zu der Frage erarbeitet, welche Fortbildungsangebote von welchen Fortbildungsträgern in das neue Fortbildungsprogramm integriert werden können, um die notwendigen Qualifikationen für die Quartierskoordination oder Quartierssteuerung zu erwerben.

Wo werden die Fortbildungsangebote durchgeführt?

Da verschiedene Fortbildungsträger in die Umsetzung des Fortbildungsangebotes eingebunden werden, können auch die Lernorte unterschiedlich gewählt werden. Denkbar sind sowohl Inhouse-Schulungen, aber auch regional und zentral organsierte Veranstaltungen. Das Lernen in einer festen Lerngruppe wie auch in wechselnden Lerngruppen ist möglich.

Wie kann man passgenaue Fortbildungsangebote finden?

Im Rahmen der Landesstrategie „Quartier 2030 – Gemeinsam.Gestalten.“ wird eine Koordinierungsstelle beim Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) eingerichtet, die Übersichten über die Fortbildungsangebote und Fortbildungsträger erstellen und diese fortlaufend aktualisieren wird. Aus diesen Übersichten können sich Interessierte dann das passgenaue Fortbildungsangebot zusammenstellen. Die Übersichten werden über unser Onlineportal www.quartier2030-bw.de zugänglich sein.

Was kostet die Nutzung der Fortbildungsangebote und wer übernimmt die Kosten?

Eine Landesförderung für die Nutzung entsprechender Qualifizierungsangebote ist über ein Gutscheinsystem vorgesehen.

 
 

Haben Sie Fragen? Für Auskünfte steht Ihnen gerne die Koordinierungsstelle Quartiersakademie zur Verfügung.

 

Kontaktdaten:

Koordinierungsstelle Quartiersakademie

Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg

Lindenspürstraße 39 | 70176 Stuttgart

0711 / 6375 - 317

www.quartiersakademie.de

 

 

 

Veranstaltungsrückblick

 

Fachtag „Qualifiziert ins Quartier“ | 30. April 2020

Man kann gemeinsam zusammenkommen, auch wenn man nicht beieinander ist. Das hat der Fachtag „Qualifiziert ins Quartier“ eindrücklich gezeigt. Die gemeinsamen Veranstalter, die Ev. Akademie Bad Boll und das Ministerium für Soziales und Integration, entschieden sich, trotz Corona für die Menschen und für die Quartiere da zu sein – deshalb wurde der Fachtag in digitaler Form abgehalten.

 

Die Tagung hatte das Ziel, die Quartiersakademie, das neue Angebot der Strategie „Quartier 2020 – Gemeinsam.Gestalten.“ vorzustellen und einen Einblick in das Fortbildungskonzept und zukünftige Schulungs- und Qualifizierungsangebote zu geben.

 

Die Website der Landesstrategie „Quartier 2020 – Gemeinsam.Gestalten.“ konnte an diesem Tag 1050 Besuche verzeichnen und rund 300 Personen aus Kommunen, Verbänden, Kirchen und weitere Engagierte haben das Online-Angebot wahrgenommen.

 

Das digitale Format war für Veranstalter wie auch Teilnehmende Neuland. Dies zeigte sich auch bei den technischen Herausforderungen, mit denen leider sowohl Teilnehmende als auch einzelne Referentinnen und Referenten konfrontiert waren. Die Vortragenden haben sich davon nicht beirren lassen und trotz der technischen Störungen großartige Vorträge gehalten und viele Fragen beantworten können. So konnten in den fünf Webinaren jeweils zwei anschauliche Perspektiven aufgezeigt werden: eine Fortbildungs- und eine Praxisperspektive auf ein jeweiliges Themenfeld des Fortbildungskonzepts. Durch eingereichte Fragen von Teilnehmenden wurde der vertiefende Dialog ermöglicht.

 

Die Veranstalter gehen mit allerhand gelernten Lektionen aus dem Fachtag hervor. Bestärkt durch die vielen wertschätzenden Nachrichten, gibt es schon Ideen, wie in Zukunft ein noch besseres digitales Angebot entstehen kann.

 

Die Grußworte und Vorträge von Staatssekretärin Mielich, dem Direktor der Ev. Akademie Prof. Dr. Hübner, dem Referatsleiter für Quartiersentwicklung, Ulrich Schmolz sowie weitere fachliche Inputs können Sie auch im Nachgang sehen und hören. Machen Sie auch einen Rundgang durch den 360 Grad Markt der Möglichkeiten, um weitere Partner kennen zu lernen. Die Dokumentationen der Workshops finden Sie ebenfalls auf der Veranstaltungsseite des Fachtags.

 

»Zum Fachtag

 

 

Fachtag „Quartiersarbeit erfolgreich gestalten“ in Bad Boll | 8. Mai 2019

Am 8. Mai 2019 fand in Bad Boll der Fachtag „Quartiersarbeit erfolgreich gestalten“ statt. Die Veranstaltung war innerhalb kürzester Zeit ausgebucht und stieß mit 170 Teilnehmenden aus ganz Baden-Württemberg auf große Resonanz.

 

Prof. Jörg Hübner, Direktor der Evangelischen Akademie Bad Boll, führte in den Tag ein und unterstrich, dass sich am Wohnen die soziale Frage des 21. Jahrhunderts abzeichne und dadurch die Quartiersarbeit einen hohen Stellenwert einnehme müsse. Die Akademie Bad Boll sehe darüber hinaus den demographischen Wandel nicht als Schreckgespenst, sondern wolle ihn konstruktiv gestalten. Im Anschluss begrüßte Dr. Angela Postel, Referatsleiterin im Sozial- und Integrationsministerium und Verantwortliche für die Strategie „Quartier 2020 – Gemeinsam. Gestalten“ zur Veranstaltung. Sie skizzierte die Bedeutung der Quartiersarbeit und das Vorhaben eines Fortbildungsprogramms für die Aufgabe der Quartiersentwicklung. Es sei das Anliegen des Ministeriums, den Akteuren vor Ort Angebote zur Qualifizierung für die Koordinierung und Steuerung in der Quartiersarbeit zu machen.

 

Der inhaltliche Teil der Veranstaltung begann mit der Präsentation der Landesstrategie „Quartier 2020 – Gemeinsam.Gestalten“. Aufgezeigt wurde, welche Förderungsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote die Teilnehmenden für ihre Quartiersentwicklung vor Ort nutzen können.

 

Der Schwerpunkt des Vormittags lag auf der Vorstellung erster Eckpunkte des Fortbildungskonzeptes zur Quartierskoordination des Sozial- und Integrationsministeriums. Frau Kremer-Preiß vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) erläuterte den konzeptionellen Rahmen der Fortbildung und ergänzte diesen mit zahlreichen Beispielen aus der Quartierslandschaft Baden-Württembergs. Aus dem Publikum kam einerseits positive Resonanz auf den Vorstoß, eine landesweit einheitliche Fortbildung anzubieten. Andererseits wurde der flexible Ansatz, der die individuelle Situation berücksichtigt, begrüßt.

 

Auf dem Markt der Möglichkeiten stellten sich anschließend verschiedene Anbietende von Fortbildungen aus Baden-Württemberg mit ihren Angeboten vor.

 

Im zweiten Teil der Veranstaltung fanden fünf parallele Workshops statt, in denen anhand von Praxisbeispielen diskutiert wurde, welche Methoden und Instrumente der Quartiersarbeit erfolgreich sein können.

 

Veranstaltungsprogramm

Dokumentation

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei der Evangelischen Akademie Bad Boll sowie bei allen Mitwirkenden für den hervorragenden Fachtag!

 

 

Fotoimpressionen zum Fachtag „Quartiersarbeit erfolgreich gestalten"

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