Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg
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Veranstaltungsrückblick | Online-Regionalkonferenz Landkreis Heidenheim am 13. Oktober 2021

 

Am 13. Oktober 2021 veranstalteten der Landkreis Heidenheim und das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration gemeinsam mit der FamilienForschung Baden-Württemberg die zweite Online-Regionalkonferenz im Rahmen der Landesstrategie „Quartier 2030 – Gemeinsam.Gestalten.“. Unter dem Motto „Unsere Gemeinschaften stark machen, unsere Kommunen voranbringen“ kamen rund 100 Mitwirkende und Teilnehmende aus Städten, Gemeinden, Kirchen, Vereinen und Zivilgesellschaft zusammen, um sich über eine beteiligungsorientierte und generationengerechte Quartiersentwicklung auszutauschen.

 

Begrüßt wurden die Teilnehmenden von Staatssekretärin Dr. Ute Leidig und Landrat Peter Polta. Im Anschluss daran präsentierte Alexandra Schmider vom Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration die Angebote der Landesstrategie „Quartier 2030 – Gemeinsam. Gestalten“. Wie sich die vielfältigen Beratungs- und Förderangebote zur Quartiersentwicklung vor Ort sinnvoll nutzen lassen, zeigte dann der folgende Praxisbericht. Roger Henning, Bürgermeister der Stadt Freudenberg am Main, stellte die verschiedenen Quartiere seiner Stadt vor, die derzeit mit Bürgerbeteiligung entwickelt werden, und berichtete von der Arbeit des örtlichen Familien-, Senioren- und Integrationsbüros, das als zentrale Anlaufstelle und Informationsbörse für alle Einwohner:innen zugänglich ist.

 

Anschließend stand der Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt. In vier moderierten Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmenden zu folgenden thematischen Schwerpunkten:

  • AG 1 | Einstieg in die Quartiersentwicklung: Im Rahmen der ersten Arbeitsgruppe stellten die Expertinnen des Gemeinsamen Kommunalen Kompetenzzentrums aus Städtetag, Gemeindetag und Landkreistag (GKZ.QE) vor, wie die Quartiersentwicklung in Kommunen durch verschiedene Beratungs- und Förderprojekte angeschoben werden kann. Gesprochen wurde zudem über wichtige Gelingensfaktoren von Beteiligungsprozessen wie ein frühzeitiges Einbinden aller wichtigen Akteur:innen, eine neutrale Moderation und einen klaren Projektfahrplan. Eine fundierte Bestandsaufnahme (IST-Analyse) sollte der gemeinsame Ausgangspunkt sein. Für einen längerfristigen Prozess braucht es dann eine verlässliche Koordination („Quartierskümmerer:in“) sowie den Mut und Willen der Akteur:innen , immer wieder aufeinander zuzugehen – auch fachfremd und fachübergreifend.
  • AG 2 | Stadt- und Ortsteile mit Bürgerbeteiligung entwickeln: Christoph Weinmann vom Netzwerk für demografiebewusste Entwicklung e.V. moderierte die zweite Arbeitsgruppe zu der Fragestellung „Wie können Stadt- und Ortsteile unter Beteiligung der Einwohner:innen weiterentwickelt werden?“. Zunächst stellte Bürgermeisterin Melanie Braun die Zukunftswerkstatt der Gemeinde Neckartenzlingen als Einstiegsformat zur Mobilisierung interessierter Bürger:innen vor. Im Zuge eines klar definierten Verfahrens wurden dann gemeinsam mit der Bürgerschaft Zielvorstellungen für die zukünftige Entwicklung Neckartenzlingens erarbeitet sowie ein entsprechendes Handlungskonzept mit konkreten Maßnahmen erstellt. Von einem ganz ähnlichen Vorhaben berichtete Bürgermeister Jürgen Mailänder aus Hermaringen, der mit dem Projekt „Hermaringen fit für die Zukunft!“ die Entwicklung der Gemeinde mit Bürgerbeteiligung voranbringen will. In beiden Gemeinden ist also Quartiersentwicklung längerfristig angelegt und folgt einem klar strukturierten und transparenten Verfahren, in das sich alle Interessierten einbringen können.
  • AG 3 | Gemeinschaften stärken durch Quartierskümmerer:innen: Unter Moderation von Gertraud Jauß, Pflegekoordinatorin im Landkreis Heidenheim, fand in der dritten Arbeitsgruppe ein Austausch darüber statt, wie gute Nachbarschaften und sorgende Gemeinschaften in den Kommunen gefördert werden können. Drei Quartierskümmererinnen stellten ihre Arbeit vor. So berichtete Birgit Hensch aus Rangendingen über ihre Arbeit als Gemeindeschwester zur Entlastung pflegender Familien. Isabell Schröder, Altenhilfefachberaterin im Landkreis Göppingen, stellte den Dorfladen in Bad Boll als niederschwellige Anlaufstelle und Quartierstreff vor. Schließlich präsentierte Brigitte Weber die Caring Community in Heidenheim, ein Projekt zur Unterstützung älterer Menschen in drei Stadtteilen. An allen drei Beispielen wurden die Potentiale einer zupackenden Kümmererstelle deutlich. Auch die Möglichkeit, dass sich mehrere Kommunen eine solche Stelle teilen, wurde angeregt.
  • AG 4 | Gemeinschaftliches Wohnen im Alter: In der von Sibylle Schumann, Altenhilfefachberatung im Landkreis Heidenheim, moderierten Arbeitsgruppe wurde über die Realisierung weiterer ambulant betreuter Wohngemeinschaften gesprochen. Die Vorteile dieser Wohnform liegen darin, dass passgenau auf die Bedarfe vor Ort eingegangen, die Selbst- und Mitbestimmung der Bewohner:innen aufrechterhalten und ein geselliges Zusammenleben in einer familienähnlichen Situation ermöglicht werden kann. Als nachteilig wird gesehen, dass klare Regelungen zu den notwendigen Qualifikationen, eine Wohngemeinschaft zu betreiben, bislang fehlen. Empfohlen wird, sich beim Aufbau solcher Wohngemeinschaften an die Fachstelle ambulant unterstütze Wohnformen des KVJS zu wenden, die unterstützt durch das Sozialministerium eine kostenlose Beratung anbietet.

 

In der gemeinsamen Abschlussrunde hörten die Teilnehmenden ein kurzes Fazit aus den Arbeitsgruppen. Sozialdezernent Matthias Schauz dankte zum Abschluss allen Beteiligten. Ganz am Ende standen die Moderator:innen noch für Rückfragen der Teilnehmenden zur Verfügung, so dass die Online-Konferenz mit persönlichen Gesprächen in kleinem Kreis endete.

 

Weitere Materialien finden Sie hier. In Kürze werden an dieser Stelle ebenfalls die Dokumentationen zu den Arbeitsgruppen für Sie zur Verfügung stehen.

 

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden und Mitwirkenden für das Gelingen der Online-Regionalkonferenz Landkreis Heidenheim. Schön, dass Sie dabei waren!

 

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