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Strategie

Die Strategie „Quartier 2030 – Gemeinsam.Gestalten.“ unterstützt seit 2017 Städte, Gemeinden, Landkreise sowie zivilgesellschaftliche Akteure bei der alters- und generationengerechten Quartiersentwicklung. Ziel ist es, lebendige Quartiere für alle Generationen zu gestalten – also Nachbarschaften, Stadtteile und Dörfer, in die Menschen sich einbringen, Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig unterstützen. Quartiersentwicklung ist in einem ganzheitlichen Sinne zu verstehen und geht über städtebauliche Maßnahmen hinaus: Dazu gehören bedarfsgerechte Wohn- und Nahversorgungsangebote und eine wohnortnahe Beratung, Begegnungsorte, eine tragende soziale Infrastruktur, eine gesundheitsförderliche Umgebung und ein wertschätzendes, von bürgerschaftlichem Engagement getragenes gesellschaftliches Umfeld.

 

Quartiersentwicklung findet vor Ort statt – die Bedingungen und Anforderungen sind dabei so vielfältig wie das Land und die Menschen selbst. Das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration macht diese Vielfalt mit der Strategie „Quartier 2030 – Gemeinsam.Gestalten.“ sichtbar. So berücksichtigt die Strategie die verschiedenen Bedarfe der baden-württembergischen Kommunen und ihrer zivilgesellschaftlichen Partnerschaften bei der Gestaltung zukunftsfähiger Quartiere.

 Quartiersentwicklung als Querschnittsaufgabe

Quartiersentwicklung ist ein Querschnittsthema. Das breite Spektrum an kommunalen Handlungsfeldern, in denen Quartiersentwicklung von Nutzen sein kann, umfasst „Beteiligung, Engagement & Teilhabe“, „Pflege & Gesundheit“, „Wohnen, Mobilität & Klima“, „Familie, Generationen & Lebensgemeinschaften“, „Wirtschaft & Nahversorgung“, „Inklusion, Integration & Vielfalt“ sowie „Digitalisierung“. Die Landesstrategie bietet eine breite Unterstützung für die Quartiersentwicklung vor Ort an. Die fünf Angebotsbausteine sind Information, Beratung, Förderung, Qualifizierung und Vernetzung & Erfahrungsaustausch. Dieses Angebot zur Stärkung der kommunalen Quartiersentwicklung kann nur in Kooperation mit einem großen Netzwerk aus verschiedenen Partnerschaften umgesetzt werden.

 

Erklärvideo: Die Strategie „Quartier 2030“

 

Klicken Sie auf „Beteiligung der Menschen vor Ort“, „Kommunen als Motor im Sozialraum“ und „Vernetzung im Quartier und im Land“ um weitere Informationen zu den zentralen Grundsätzen der Quartiersstrategie zu erhalten.

 

 Kommunen als Motor im Sozialraum

Wichtig für Quartiersentwicklung ist der gemeinsame Wille derjenigen, die in den Kommunen Entscheidungen treffen, der Bürgerschaft und der lokalen Schlüsselakteure. Hierzu bedarf es verlässlicher, professioneller Strukturen und einer engagierten Kommune, welcher als „Motor im Sozialraum“ eine wichtige Koordinierungsfunktion zukommt. Kommunen und zivilgesellschaftliche Akteure stehen gemeinsam vor der Herausforderung passende Lösungen mit konkretem Bezug zu ihrem Umfeld zu entwickeln: Wie gestalten wir ein Quartier, in dem wir ohne Barrieren wohnen und uns bewegen können und wo wir Unterstützung finden, wenn wir Hilfe oder Pflege brauchen? Wie schaffen wir Begegnungsorte für alle Generationen und ein wertschätzendes, von bürgerschaftlichem Engagement getragenes Umfeld?

 

Um Städte, Gemeinden und Landkreise bei dieser wichtigen Koordinierungsfunktion unterstützen zu können, gibt es beim Städtetag, Gemeindetag und Landkreistag jeweils fachliche Ansprechpersonen für das Thema Quartiersentwicklung, deren Aktivitäten im Gemeinsamen Kommunalen Kompetenzzentrum Quartiersentwicklung (GKZ.QE) zusammenlaufen. Diese Anlauf- und Beratungsstellen bei den Kommunalen Landesverbänden bieten den Fach- und Führungskräften aller Städte, Gemeinden und Landkreise professionelle Beratung und Begleitung bei der Konzipierung und Durchführung ihrer Vorhaben zur Quartiersentwicklung. Das GKZ.QE berät die Kommunen auch zu den Förderprogrammen der Landesstrategie.

 

 Beteiligung der Menschen vor Ort

Für eine bedarfsgerechte Quartiersentwicklung ist es unabdingbar, dass die im Quartier lebenden Menschen bereits zu Beginn an den Quartiersprojekten beteiligt werden und im weiteren Verlauf die Möglichkeit erhalten, deren Umsetzung aktiv und auf vielfältige Weise mitzugestalten. Nur durch die Beteiligung der Menschen vor Ort können passende Lösungen und Antworten auf die Fragen des demografischen und sozialen Wandels gefunden werden. Die individuellen Bedarfe und Ressourcen der Menschen im Quartier müssen im Mittelpunkt stehen.

 

Es gibt vielfältige Beteiligungsformen, die es allen ermöglichen, an Quartiersprojekten mitzuwirken. Eine gelebte Beteiligungskultur, in der sich die Menschen ernst genommen fühlen, steigert die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und fördert die Selbsthilfe sowie den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Kommunen und ihre Entscheidungsgremien profitieren von der Mitgestaltung und Zuarbeit einer aktiven Bürgerschaft. Quartiersentwicklung ist somit zugleich Demokratieförderung.

 

Menschen, die sich freiwillig engagieren wollen, finden meist Anlaufstellen vor Ort. Sei es in den Rathäusern, Landratsämtern oder in Mehrgenerationenhäusern.

 

 Vernetzung im Quartier und im Land

Eine ganzheitliche Entwicklung von Quartieren kann langfristig nur gelingen, wenn alle relevanten örtlichen Akteure aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft vernetzt sind und sich auf gemeinsame Ziele verständigen. Wichtige lokale Partner der Kommune in diesen Prozessen sind z.B. bürgerschaftliche Initiativen und Vereine, Verbände der freien Wohlfahrtspflege, Kirchen, Anbietende von Gesundheits-, Pflege- und Unterstützungsleistungen, Genossenschaften, die lokale Wirtschaft oder der Öffentliche Personennahverkehr.

 

Über die Quartiersebene hinaus spielt die landesweite Vernetzung der Akteure eine wichtige Rolle. Daher bietet die Landesstrategie regelmäßig Veranstaltungen zur landesweiten Vernetzung in Form von Fachtagen, Workshops und Regionalkonferenzen an.

 

Dazu ist die Landesstrategie vernetzt. Beispielhaft steht hierfür die Begleitgruppe zur Landesstrategie unter Vorsitz der Staatssekretärin Frau Dr. Ute Leidig: Fachleute aus dem kommunalen Umfeld, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft bringen ihre Perspektiven und Impulse in die Strategie mit ein.